Gewässernetzwerk Mostlandl Hausruck
Wåssaplatzl
Die Kulturlandschaft im Mostlandl Hausruck, inmitten von Oberösterreich, ist durchzogen von einem dichten Netzwerk an Fließgewässern. Sie sind seit altersher die
Lebensadern des Landes,
Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Erholungs- und Wirtschaftsraum für die Menschen, aber auch Ausgangspunkt von Gefahren durch Hochwasser.
Die „Wåssaplatzln“
führen den Menschen in der Region, egal ob klein oder groß, jung oder alt, an verschiedenen Orten der Region
den Wert unserer Flüsse und Bäche vor Augen und werben für einen sorgsamen Umgang mit unseren Wasserschätzen. Individuell gestaltete Rastplätze mit Sitz- oder Liegemöglichkeiten laden ein, am Gewässer vom Stress des Alltags loszukommen und die Athmosphäre am Wasser in vollen Zügen zu genießen.
Infotafeln vermitteln Wissenswertes
zur Landschaft, zur biologischen Vielfalt unserer Gewässer und wie wir diese pflegen und instandhalten, sodass sie ihre Funktion im Naturhaushalt nachhaltig erfüllen, bei gleichzeitig bestmöglichem Schutz vor Hochwasser.
Entdecke Dein Wåssaplatzl und genieße den Zauber der Bäche im Gewässernetzwerk Mostlandl Hausruck!
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Gewässerbezirk Grieskirchen und den Mitgliedsgemeinden der LEADER-Region erarbeitet und umgesetzt.
Übersichtskarte
Die Wåssaplatzln sind wie ein Netzwerk in der gesamten Region verteilt. In der untenstehenden Karte können alle aktuellen Standorte in der Region betrachtet werden. Die Umsetzung an den angeführten Standorten startet im Sommer 2026.
Die Schwerpunktthemen
Plötzlich auftretender Starkregen, schnell schmelzende Schneemassen und ausgedehnte Regenperioden lassen den Wasserstand unserer
Bäche und Flüsse ansteigen. Können sie das Wasser nicht mehr halten, überfluten sie die Umgebung.
Die Folgen: beschädigte Straßen und Häuser, zerstörte Felder, im schlimmsten Fall Gefahr für Menschenleben. Ein bewusster Umgang mit unseren Gewässern schützt uns selbst und bewahrt wertvolle Natur.
VORBEUGENDER HOCHWASSERSCHUTZ
- MEHR PLATZ FÜR WASSER
Überschwemmungsflächen wie Auen oder Rückhaltebecken geben dem Wasser Raum, ohne Schaden anzurichten. - NATURNAHE GEWÄSSER
Flüsse mit natürlichen Ufern und Mäandern (Kurven) fließen langsamer – das senkt die Hochwassergefahr. - VERSICKERUNG STATT VERSIEGELUNG
Wiesen, Gärten und durchlässige Wege lassen Regenwasser in den Boden einsickern – das entlastet Bäche und Kanäle. - FRÜHWARNSYSTEME UND HOCHWASSERSCHUTZPLÄNE
Pegelmessungen, Wetterwarnungen und Notfallpläne helfen, rechtzeitig zu reagieren.
Hier gibt's mehr Infos: https://www.hochwasserwissen.info/wissen/
Unsere Umwelt ist die Grundlage allen Lebens und muss somit geschützt und bewahrt werden. Der Klimawandel zeigt, wie eng alles zusammenhängt und bedroht Natur und Mensch gleichermaßen. Unsere Gewässer sind besonders betroffen - durch extremere Hochwässer
und steigende Wassertemperaturen.
Jeder Beitrag zählt - ob durch den Schutz der Natur oder bewusstes Handeln im Alltag - um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
WAS KÖNNEN WIR TUN?
- GEWÄSSER RENATURIEREN
Flüsse sollen sich wieder natürlich entfalten können – das schützt vor Hochwasser und schafft Lebensräume. - UFER BEGRÜNEN
Bäume und Sträucher spenden Schatten, halten das Wasser kühl und verringern die Verdunstung. - FLÄCHEN ENTSIEGELN
Offene Böden nehmen Regen auf – das füllt das Grundwasser und verhindert Überschwemmungen. - WASSER SPARSAM NUTZEN
Jeder Tropfen zählt – ob im Garten oder im Haushalt. -
KLIMASCHUTZ ERNST NEHMEN
In der Vergangenheit wurden viele Flüsse und Bäche begradigt, eingeengt und ihrer natürlichen Dynamik beraubt. Heute weiß man um die negativen Folgen dieser Entwicklung. Nicht nur die Fische finden zu wenig Lebensraum, auch die Artenvielfalt und die Hochwassersicherheit leiden. Renaturierung bedeutet, der Natur Stück für Stück ihre Freiheit zurückzugeben, den Hochwasserschutz zu verbessern und neue Erholungszonen zu schaffen.
WAS BEDEUTET RENATURIERUNG?
Renaturierung heißt: Flüsse und Bäche werden dort, wo es die Hochwassersicherheit zulässt oder sogar fordert, wieder in einen naturnahen Zustand zurückversetzt. Begradigte Flussläufe bekommen wieder mehr Platz und dürfen pendeln, mäandrieren oder sich verzweigen, Ufer werden bepflanzt und bekommen mehr Schatten, gleichzeitig erhalten typische Bewohner von Fluss und Au einen Teil ihres angestammten Lebensraums zurück. Der Hochwasserschutz profitiert durch größere Abflusskapazitäten und einen geringeren Instandhaltungsbedarf. Die Menschen vor Ort erhalten lebenswerte Gewässer zur Naherholung.
WIE FLÜSSE FRÜHER FLOSSEN
Flüsse schlängelten sich in weiten Kurven durch die Landschaft. Bei Hochwasser konnten sich die Flüsse in den Auen ausbreiten. Diese Überschwemmungsflächen waren wichtige Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen. Die Ufer unserer Flüsse waren nicht befestigt, sondern bestanden aus Kies, Sand, Schlamm oder Bewuchs. Das förderte die Artenvielfalt und die Selbstreinigungskraft des Wassers. Flüsse hatten die Freiheit, ihren Verlauf über die Jahre zu verändern – so blieb die Landschaft in Bewegung und war lebendig und vielfältig.
PROJEKTBEISPIELE
ASCHACH BEI WAIZENKIRCHEN
TRATTNACH BEI GRIESKIRCHEN
Gewässer sind weit mehr als nur Wasser – sie sind lebendige Ökosysteme, in denen Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen miteinander in Verbindung stehen. Jede Art erfüllt dabei eine bestimmte Funktion. Flüsse, Bäche, Seen und Teiche bieten Lebensraum, Nahrung sowie
Fortpflanzungsmöglichkeiten für zahlreiche Arten und prägen auch ihre Umgebung. Ihr Schutz ist daher entscheidend – für das gesamte Ökosystem.
ÖKOLOGISCHER ZUSTAND
Der ökologische Zustand zeigt, wie gesund ein Gewässer ist – also wie gut es als Lebensraum für Tiere und Pflanzen funktioniert. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:
- ARTENVIELFALT
Leben typische Tiere und Pflanzen im Gewässer? Je mehr verschiedene und standortgerechte Arten vorkommen, desto besser ist der Zustand. - GEWÄSSERSTRUKTUR
Ist das Gewässer natürlich geformt oder stark verändert? Naturnahe Flussläufe mit Mäandern, Kiesbänken und abwechslungsreichen Uferzonen bieten mehr Lebensraum. - FLIESSVERHALTEN UND UFERZUSTAND
Wie bewegt sich das Wasser – frei fließend oder durch Bauwerke gestaut? Sind die Ufer natürlich bewachsen oder künstlich befestigt? - WASSERQUALITÄT
Sind Sauerstoffgehalt, Nährstoffe und Schadstoffe im Gleichgewicht? Sauberes Wasser ist entscheidend für das Leben im und am Gewässer.
Die Welt lebt von Vielfalt: Unterschiedlichste Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume halten die Natur im Gleichgewicht. Egal ob groß oder klein, jede Art spielt eine Rolle und hat ihre Aufgabe - zusammen bilden sie ein starkes Netzwerk. Vielfalt macht die Natur widerstandsfähig: Sie hilft Ökosystemen, sich an Veränderungen wie Klimawandel anzupassen. Darum müssen wir Lebensräume schützen und die Artenvielfalt bewahren - damit das natürliche Netzwerk stark bleibt.
WELCHE ROLLE SPIELEN FLIESSGEWÄSSER?
Flüsse und Bäche sind wichtige Lebensräume für viele spezialisierte Arten und tragen wesentlich zum natürlichen Gleichgewicht bei. Als Wanderkorridore verbinden sie verschiedene Lebensräume und ermöglichen Tieren wie Amphibien oder Fischottern, neue Gebiete zu erreichen. An ihren Ufern, in feuchten Wiesen und im Wasser selbst finden zahlreiche Arten geeignete Brut- und Laichplätze.
Sie bieten zudem Nahrung, Trinkwasser und Schutz – viele Tiere und Pflanzen sind direkt auf diese Bedingungen angewiesen. Auch für uns
Menschen sind solche Lebensräume wertvoll: Sie reinigen das Wasser, speichern Nährstoffe, dämpfen Hochwasser und wirken im Sommer kühlend auf das Klima.
WAS BEDROHT DIE BIODIVERSITÄT AN GEWÄSSERN?
- VERSCHMUTZUNG durch Abwässer, Düngemittel oder Müll
- BEGRADIGUNG UND VERBAUUNG von Flüssen und Ufern
- EINSCHLEPPEN FREMDER ARTEN z.B. Signalkrebs, Wasserpest
- ÜBERNUTZUNG NATÜRLICHER RESSOURCEN z.B. durch Überfischung, übermäßige Jagd oder Freizeitnutzung (Tourismus)
- FLÄCHENVERSIEGELUNG z.B. Straßen, Siedlungen, Industriegebiet
Unsere Orte und Landschaften erzählen Geschichten aus der Vergangenheit. Flüsse, Wälder und Gebäude zeigen, wie Mensch und Natur sich im Laufe der Zeit verändert haben und welche Spuren wir selbst hinterlassen. Diese Spuren helfen uns zu verstehen, warum unsere Umwelt
heute so aussieht, wie sie aussieht. So ermöglicht uns das Wissen über die Vergangenheit, die Zukunft bewusst und nachhaltiger zu gestalten.
GEWÄSSER IM WANDEL
Seit Jahrhunderten nutzen Menschen die Kraft des Wassers. Früher trieben Wasserräder Mühlen, Sägen oder Hammerwerke an und waren wichtige Zentren für Handwerk und Landwirtschaft, meist ohne das Gewässer stark zu verändern. Mit der Industrialisierung entstanden technisch ausgefeiltere Anlagen, die Wasser stauen und lenken – die Kleinwasserkraft. Turbinen erzeugen daraus Strom, eine erneuerbare Energiequelle, die lokal und kontinuierlich verfügbar ist und bis heute genutzt wird.
ENERGIE AUS WASSERKRAFT
Die Wasserkraft ist bis heute von Bedeutung. Als erneuerbare Energiequelle spielt sie eine wichtige Rolle in der Energiewende zur klimafreundlichen Stromversorgung. Durch die Nutzung der natürlichen Fließkraft von Flüssen und Bächen kann kontinuierlich und emissionsfrei Strom erzeugt werden – ganz ohne Treibhausgase. Im Gegensatz zu Sonne und Wind liefert Wasserkraft zuverlässig Energie, auch bei schlechtem Wetter oder in der Nacht. Besonders in ländlichen Gebieten ermöglicht die Wasserkraft eine dezentrale Energieversorgung, unabhängig von großen Netzen. So trägt sie nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern stärkt auch die regionale Energieautonomie.