Apfeltrester: unterschätzter Rohstoff neu gedacht
Webinar Apfeltrester, 26.5.2026; Veranstaltung im LEADER-Projekt „LandWert- Mehr als Rest!“ (Bildungsinitiative Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft)
Vortrag von Georg Gumpinger, Projektbegleiter LandWert-Projekt
Der Vortrag gibt einen Überblick über Verwertungsformen von Apfeltrester, einem Nebenprodukt der Apfelsaft- und Obstverarbeitung. Dabei wird deutlich, dass Apfeltrester kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff ist.
Apfeltrester bietet Potenzial für die Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft. Kurzfristig stehen einfache Nutzungen im Vordergrund:
- Tierfutter
- energetische Nutzung (Biogas, Bioethanol, Heizmaterial)
- einfache Lebensmittelzutaten (z. B. Apfelmehl, Ballaststoffquelle)
Mittel- bis langfristig ergeben sich höherwertige Anwendungen:
- Pektine als Geliermittel
- Biomaterialien (z. B. Bioplastik, Verpackungen, Apfelleder)
- kosmetische und antioxidative Extrakte
- Nutzung für Pilzprotein oder Insektenfutter
Die wirtschaftliche Nutzung hängt stark von folgenden Faktoren ab:
- schnelle Verarbeitung des feuchten Tresters
- effiziente Trocknung und Lagerung
- funktionierende Logistik
- gleichbleibende Qualitätsstandards
- geeignete Partner aus Forschung und Industrie
Besonders für kleinere landwirtschaftliche Betriebe kann Apfeltrester interessant werden, wenn regionale Sammel-, Trocknungs- und Verarbeitungsstrukturen entstehen. Dadurch können neue regionale Wertschöpfungsketten aufgebaut werden.
Schwerpunktthemen im Vortrag
APPLE-Projekt: Herstellung von Pilzprotein aus Apfeltrester - Vorstellung Forschungsergebnisse und Prototys
Apfeltrester, der Pressrückstand aus der Apfelsaftproduktion, kann mehr sein als ein Nebenprodukt. Im Forschungsprojekt APPLE wurde gezeigt, dass sich dieser regionale Rohstoff mithilfe von Pilzmycel, insbesondere des Austernseitlings, zu einem proteinreichen Lebensmittelrohstoff aufwerten lässt.
Durch den Fermentationsprozess steigt der Proteingehalt von etwa 3 % auf rund 30 %. So entsteht aus einem bisher wenig genutzten Nebenstrom eine wertvolle Zutat für proteinangereicherte Lebensmittel.
Das Projekt verbindet Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und innovative Lebensmittelproduktion. Es zeigt, wie regionale Reststoffe einen Beitrag zu einer nachhaltigen Bioökonomie und zu neuen alternativen Proteinquellen leisten können.
Apfeltrester in der Tierfütterung
Apfeltrester ist ein faserreicher Nebenstrom der Apfelsaftproduktion und kann als Einzelfuttermittel in der Tierfütterung eingesetzt werden. Besonders geschätzt werden seine Schmackhaftigkeit, der hohe Rohfasergehalt und die positive Wirkung auf die Verdauung.
In der Praxis wird Apfeltrester vor allem in Spezialfuttermitteln für Ferkel, Kälber, Wiederkäuer und Wild verwendet. Frischer Trester wird von Tieren gerne aufgenommen, ist jedoch aufgrund seines hohen Wassergehalts nur begrenzt lagerfähig. Daher kommt im Futtermittelhandel überwiegend getrockneter oder pelletierter Apfeltrester zum Einsatz.
Seine Stärke liegt weniger in der Versorgung mit Energie oder Eiweiß, sondern in seiner Funktion als strukturreiche und verdauungsunterstützende Futterkomponente. Damit bietet Apfeltrester interessante Möglichkeiten für eine nachhaltige Nutzung regionaler Nebenströme im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Ansprechpartner
Ing. Mag. Georg Gumpinger
Projektleiter
Mail: info@gutundco.at
Tel: 0660 / 8237311
Sandra Lilg, BSc MA
Projektleiterin
Mail: info@eieo-energieberatung.at
Tel: 0650 / 5678012
Dipl.-Ing. Christoph Mader
LEADER-Region Mostlandl Hausruck
Mail: mader@mostlandl-hausruck.at
Tel: 0676 / 656 2928
DDI Josef Wolfthaler
LEADER-Region Traun4tler Alpenvorland
Mail:
office@leader-alpenvorland.at
Tel:
0681/ 2060 5176
DI Felix Fößleitner
LEADER-Region Nationalpark Kalkalpen
Mail:
felix.foessleitner@leader-kalkalpen.at
Tel: 0699/ 18848482
Christina Gnadlinger
LEADER-Region Wels Land
Mail:
gnadlinger@lewel.at
Tel: 0664/73729382
Susanne Kreinecker
LEADER-Region Eferdinger Land
Mail:
kreinecker@regef.at
Tel:
0664/3933511
Was ist Bioökonomie?
Die Bioökonomie steht für eine nachhaltige, natürliche Kreislaufwirtschaft, in der Ressourcen effizient genutzt werden. Angetrieben von wissenschaftlichem Fortschritt entstehen dabei innovative und umweltfreundliche Produkte, die helfen, fossile Rohstoffe wie Erdöl, Gas oder Kohle zu ersetzen. Stattdessen kommen Pflanzen, Tiere und organische Reststoffe zum Einsatz – also Rohstoffe aus der Natur.
Während die Bioökonomie fragt: „Was kann ich aus biologischen Rohstoffen machen?“, beschäftigt sich die Kreislaufwirtschaft mit der Frage: „Wie kann ich Abfälle vermeiden und Rohstoffe wiederverwenden?“
Zusammen sorgen beide dafür, dass wir weniger endliche Ressourcen verbrauchen – und so Klima und Umwelt schonen.